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Energie sparen leicht gemacht: Praktische Tipps und smarte Geräte

Team MediaMagazin17. JUNI 2026
Symbolische Darstellung der Energieeffizienz: Ein Haus mit einem Pfeildiagramm von A bis G, das die Energieklassen zeigt.

Foto: Andrey Popov

Wie lässt sich Strom sparen im Haushalt? Wir erklären smarte Steckdosen, Smart Lighting, Heizkörperthermostate und weitere praktische Energiespartipps.

🕑 Lesedauer: 7 Minuten

Strom sparen klingt oft nach Verzicht. Dabei reichen im Alltag häufig schon kleine Anpassungen, um den Energieverbrauch spürbar zu senken: alte Leuchtmittel austauschen, Standby-Verbrauch vermeiden, die Heizung clever steuern oder beim nächsten Gerätekauf auf die Effizienzklasse achten. Wir zeigen dir die wichtigsten Tipps zum Strom sparen, wo im Haushalt am meisten Energie verloren geht und welche Produkte dir helfen, dauerhaft Energie zu sparen.

Die grössten Stromfresser im Haushalt

Bevor du einzelne Massnahmen zum Strom sparen umsetzt, lohnt es sich, einen Blick auf die grössten Verbraucher zu werfen. Denn nicht alle Geräte sind gleich energiehungrig – und manche Kosten entstehen dort, wo man sie kaum bemerkt. Ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt verbraucht laut Bundesamt für Energie rund 4'700 bis 5'500 kWh Strom pro Jahr. Schon einfache Veränderungen können helfen, einen Teil davon einzusparen und gezielt im Haushalt Energie zu sparen.

Typische Stromfresser im Haushalt sind:

  • Heizung und Warmwasser, vor allem bei elektrischer Aufbereitung
  • Kühl- und Gefriergeräte, weil sie rund um die Uhr laufen
  • Waschmaschine und Tumbler, besonders bei hohen Temperaturen oder häufiger Trocknernutzung
  • Beleuchtung, wenn noch viele alte Glühbirnen im Einsatz sind
  • Unterhaltungselektronik und IT, etwa TV, Konsole, Router oder Computer
  • Standby-Geräte, die auch im scheinbar ausgeschalteten Zustand Strom verbrauchen

Tipp: Mit einem Energiekostenmessgerät zwischen Steckdose und Gerät siehst du in Echtzeit, wie viel Strom ein Gerät tatsächlich verbraucht. So findest du schnell heraus, wo sich Sparmassnahmen besonders lohnen.

Nahaufnahme eines analogen Stromzählers.

Foto: Gina Sanders

Smart Plug: die smarte Steckdose gegen Standby-Verluste

Viele Geräte verbrauchen auch dann Strom, wenn sie nicht genutzt werden. Fernseher, Soundbar, Spielkonsole, Drucker, Kaffeemaschine oder Ladegeräte sind beispielsweise oft rund um die Uhr am Netz. Pro Gerät ist der Verbrauch zwar gering, doch über mehrere Geräte und viele Stunden hinweg kann sich dieser summieren.

Deshalb lohnt es sich, bei Geräten, die nur zu bestimmten Tageszeiten genutzt werden, die Stromzufuhr bewusst zu unterbrechen. Das geht klassisch mit einer schaltbaren Steckdosenleiste oder komfortabler mit einem Smart Plug. Dieser wird zwischen Steckdose und Gerät gesetzt und kann die Stromzufuhr per App, Sprachbefehl oder Zeitplan ein- und ausschalten.

Welche Lösung besser passt, hängt vom Einsatzort ab: Eine schaltbare Steckdosenleiste eignet sich vor allem dort, wo mehrere Geräte gemeinsam genutzt werden, beispielsweise beim TV-Setup, der Gaming oder Homeoffice-Ausstattung. Mit einem Schalter lassen sich alle angeschlossenen Geräte gleichzeitig vom Strom trennen. Ein Smart Plug ist sinnvoller, wenn einzelne Geräte automatisch gesteuert werden sollen, zum Beispiel die Kaffeemaschine, eine Stehlampe oder Ladegeräte, die nachts nicht dauerhaft am Strom hängen müssen. Viele Smart Plugs lassen sich zudem mit Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Apple Siri verbinden und in ein bestehendes Smart Home integrieren.

LED, Smart Lighting und Sensoren: Licht gezielt nutzen

Beim Licht lässt sich vergleichsweise einfach Energie sparen, da der Unterschied zwischen alter und neuer Technik gross ist. Eine klassische 60-Watt-Glühbirne kann durch eine LED mit rund 8 Watt ersetzt werden – bei vergleichbarer Helligkeit und deutlich geringerem Stromverbrauch. Dazu kommt die längere Lebensdauer: Gute LED-Lampen halten viele Jahre und müssen deutlich seltener ersetzt werden.

Wer das Licht zusätzlich smarter steuert, kann den Verbrauch noch besser an den Alltag anpassen. Smarte Lampen und Leuchtmittel lassen sich per App, Fernbedienung oder Sprachbefehl ein- und ausschalten, dimmen oder automatisch regeln. Praktisch sind dabei vor allem Funktionen, die wiederkehrende Situationen automatisch übernehmen:

  • Zeitpläne: Das Licht geht zu festgelegten Uhrzeiten automatisch an oder aus.
  • Szenen: Mehrere Lampen wechseln gleichzeitig in eine gespeicherte Einstellung, zum Beispiel helles Licht zum Arbeiten oder warmes, gedimmtes Licht für den Abend.
  • Dimmfunktion: Weniger Helligkeit bedeutet auch weniger Verbrauch.
  • Farbtemperatur: Kühles Licht unterstützt konzentriertes Arbeiten, warmes Licht passt besser zum Abend.
  • Standortfunktion: Das Licht schaltet sich aus, sobald du das Zuhause verlässt.
  • Anwesenheitssimulation: Die Lichter simulieren bei Abwesenheit eine normale Nutzung.

Noch gezielter wird die Beleuchtung durch Bewegungs- und Lichtsensoren. Bewegungssensoren schalten das Licht ein, wenn jemand den Raum betritt, und nach einer festgelegten Zeit wieder aus. Ein Lichtsensor wiederum misst die Umgebungshelligkeit und aktiviert die Beleuchtung nur, wenn es dunkel genug ist. Besonders in Fluren, Treppenhäusern, Kellern, WCs sowie bei Aussen- und Garagenbeleuchtung hilft ein Lichtsensor zuverlässig dabei, Strom zu sparen.

Smarte Heizkörperthermostate: Heizkosten gezielt senken

In vielen Haushalten ist die Heizung der grösste Energiehebel. Schon kleine Anpassungen können einen Unterschied machen: Als Faustregel gilt, dass jedes Grad weniger Raumtemperatur rund sechs Prozent Heizenergie sparen kann. Wer die Temperatur im Wohnzimmer von 22 auf 20 Grad senkt, reduziert den Verbrauch also spürbar, ohne dass es gleich ungemütlich wird. Im Schlafzimmer reichen oft 16 bis 18 Grad.

Smarte Heizkörperthermostate ersetzen das klassische Thermostatventil am Heizkörper. Sie verändern also nicht das Grundprinzip der Heizung, machen die Temperaturregelung aber komfortabler und genauer. Anstatt jeden Heizkörper von Hand einzustellen, lassen sich Temperaturen, Heizzeiten und Absenkphasen automatisch planen – zum Beispiel für Werktage, Wochenenden oder die Nacht.

Typische Funktionen smarter Heizkörperthermostate sind:

  • Zeitpläne: Räume werden nur dann stärker beheizt, wenn sie üblicherweise genutzt werden.
  • Temperaturprofile: Für Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Bad lassen sich unterschiedliche Zieltemperaturen festlegen.
  • Standortfunktion: Die Heizung wird heruntergeregelt, wenn niemand zu Hause ist.
  • Fenstererkennung: Beim Lüften wird die Heizleistung automatisch reduziert.
  • Fernsteuerung: Per App kannst du die Temperatur auch unterwegs anpassen.

Die Montage ist in vielen Fällen unkompliziert und auch für Mietwohnungen geeignet. Altes Thermostat abschrauben, neues aufsetzen, App einrichten.

Energieeffiziente Geräte: einmal investieren, jahrelang sparen

Wenn ein altes Haushaltsgerät ersetzt werden muss, ist das der ideale Zeitpunkt, um langfristig Strom zu sparen und ein energieeffizientes Modell auszuwählen. Zwar sind die Anschaffungskosten manchmal höher, doch durch den geringeren Stromverbrauch können sich diese Kosten über die Jahre auszahlen – besonders bei Geräten, die häufig oder rund um die Uhr laufen, wie Kühlschränke, Gefriergeräte, Waschmaschinen, Tumbler oder Geschirrspüler.

Beim Vergleich hilft das EU-Energielabel. Seit 2021 gilt für viele Produktgruppen wieder die Skala von A bis G: A steht für sehr effiziente Geräte und G für die schwächste Effizienzklasse. Die früheren Klassen A+++, A++ und A+ wurden für diese Gruppen abgeschafft. Wichtig ist dabei: Die neue Skala ist strenger. Ein Gerät der Klasse B oder C kann daher immer noch effizient sein, auch wenn der Buchstabe weniger stark wirkt als ein früheres A+++.

Zusätzlich zum Buchstaben ist der konkrete Verbrauch wichtig, der auf dem Label angegeben ist. Bei Kühl- und Gefriergeräten steht er in kWh pro Jahr, bei Waschmaschinen und Geschirrspülern meist in kWh pro 100 Wasch- oder Spülgänge. So lässt sich der Unterschied zwischen zwei Modellen besser einschätzen: Ein Kühlschrank mit einem Jahresverbrauch von 100 kWh benötigt rund halb so viel Strom wie ein vergleichbares Modell mit 200 kWh.

Übrigens: Bei MediaMarkt sind Artikel, die über den gesamten Lebenszyklus hinweg weniger Energie oder Ressourcen verbrauchen, online und im Markt mit einem «BetterWay»-Siegel markiert. Erfahre hier mehr über nachhaltige Technik.

Weitere Energiespartipps für den Alltag

Auch ohne neue Geräte lässt sich viel erreichen. Am meisten bringen Energiespartipps und Massnahmen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und deshalb dauerhaft funktionieren.

Waschen und Trocknen

Wasche möglichst bei 30 bis 40 °C und belade die Maschine vollständig. Viele Waschmittel reinigen auch bei tiefen Temperaturen zuverlässig. Stelle ausserdem eine hohe Schleuderdrehzahl ein, damit die Wäsche weniger Restfeuchte hat. Wenn möglich, trockne sie an der Luft statt im Tumbler.

Küche

Beim Kühlschrank reichen meist 7 °C, beim Gefrierfach -18 °C. Kälter bedeutet nicht automatisch besser, verbraucht aber mehr Energie. Beim Kochen spart ein Deckel auf dem Topf Energie, und die Restwärme von Herd oder Backofen lässt sich oft noch einige Minuten nutzen. Für kleine Wassermengen ist der Wasserkocher meist effizienter als der Topf auf der Herdplatte.

Standby vermeiden

Ziehe Ladekabel aus der Steckdose, wenn kein Gerät angeschlossen ist. Schalte Geräte, die du nachts nicht brauchst, komplett aus. Eine Steckdosenleiste mit Schalter ist dafür eine günstige Lösung, ein Smart Plug die komfortablere Variante.

Heizen und Lüften

Stosslüften ist effizienter als Kipplüften: Fenster für wenige Minuten weit öffnen, danach wieder schliessen. Heizkörper sollten nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt werden, damit sich die Wärme gut verteilt. Türen zu weniger beheizten Räumen bleiben am besten geschlossen. Nachts helfen Rollläden und Vorhänge dabei, Wärme im Raum zu halten.

Person öffnet ein Fenster, um frische Luft hereinzulassen und das Haus zu lüften.

Foto: USeePhoto

Wo anfangen? Ein kleiner Guide zum Stromsparen

Du musst nicht den ganzen Haushalt auf einmal umstellen, um Strom zu sparen. Oft hilft es, mit einfachen Gewohnheiten zu starten und danach die Bereiche anzugehen, in denen besonders häufig Energie verbraucht wird.

  • Sofort umsetzbar: Heiztemperatur um ein bis zwei Grad senken, Wäsche bei 30 bis 40 °C waschen, stosslüften und Standby-Geräte konsequent ausschalten.
  • Bei täglichen Routinen: Geräte nur dann laufen lassen, wenn sie gut ausgelastet sind – etwa Waschmaschine und Geschirrspüler – und Eco-Programme bewusst nutzen.
  • Bei häufig genutzten Bereichen: Leuchtmittel auf LED umrüsten, Bewegungsmelder in Flur, Keller oder Aussenbereich einsetzen und Heizkörperthermostate passend zum Tagesablauf einstellen.
  • Bei der nächsten Neuanschaffung: Das Energielabel vergleichen und besonders bei Kühlschrank, Waschmaschine, Geschirrspüler oder Tumbler ein effizientes Modell wählen.

Hand stellt den Thermostat eines Heizkörpers ein, um die Raumtemperatur zu regulieren.

Foto: DOG-Pix

FAQ: häufige Fragen zum Energie sparen

Wie viel Strom spart ein Smart Plug pro Jahr wirklich?

Das hängt davon ab, welche Geräte angeschlossen sind und wie konsequent sie ausgeschaltet werden. Besonders sinnvoll ist ein Smart Plug bei TV-Setups, Spielkonsolen, Druckern, Kaffeemaschinen oder anderen Geräten, die lange im Standby bleiben.

Reicht der Umstieg auf LED, oder lohnt sich Smart Lighting zusätzlich?

LED bringt bereits eine deutliche Ersparnis gegenüber alten Glühbirnen. Smart Lighting lohnt sich zusätzlich, wenn du Licht automatisieren, dimmen oder besser an deinen Alltag anpassen möchtest. Am meisten bringt die Kombination aus effizientem Leuchtmittel und cleverer Steuerung.

Kann ich smarte Heizkörperthermostate auch in einer Mietwohnung installieren?

In vielen Fällen ja. Die Thermostate werden meist ohne Bohren auf das bestehende Ventil geschraubt und können beim Auszug wieder entfernt werden. Prüfe vorher, ob dein Heizkörperventil kompatibel ist. Bei Unsicherheit hilft eine kurze Rückfrage bei der Vermietung.

Ab welcher Effizienzklasse lohnt sich ein neues Haushaltsgerät?

Nach dem neuen EU-Energielabel sind Geräte der Klassen A und B besonders effizient. Ob sich ein Austausch lohnt, hängt aber auch vom Alter, Zustand und der Nutzung des bisherigen Geräts ab. Bei Kühlschrank, Gefriergerät oder Tumbler rechnet sich Effizienz oft schneller als bei selten genutzten Geräten.

Welche Massnahme zum Energie sparen bringt am schnellsten etwas?

Die schnellste Wirkung bringen oft LED-Lampen, konsequent ausgeschaltete Standby-Geräte und eine leicht gesenkte Heiztemperatur. Diese Massnahmen sind schnell umgesetzt und wirken sofort im Alltag.

Fazit: kleine Schritte, grosse Wirkung

Energie sparen funktioniert am besten, wenn die Massnahmen zum eigenen Haushalt passen. Nicht jede Wohnung braucht smarte Technik und nicht jedes alte Gerät muss direkt ersetzt werden. Oft reicht es schon, typische Verbrauchsstellen bewusster zu nutzen: Licht nur dort einschalten, wo es gebraucht wird, Standby-Verbrauch vermeiden, Heizzeiten an den Alltag anpassen und beim nächsten Gerätekauf den Stromverbrauch vergleichen.

Smarte Steckdosen, Smart Lighting mit Lichtsensor, Heizkörperthermostate und energieeffiziente Haushaltsgeräte können dabei helfen, Energie gezielter einzusetzen und dauerhaft Strom zu sparen. Es kommt nicht auf die eine grosse Umstellung an, sondern auf die Kombination aus einfachen Gewohnheiten und passenden Geräten. So wird der Haushalt Schritt für Schritt effizienter, ohne dass Komfort verloren geht.